ISDN mit industriellen Mezzanine-Modulen

Die Einsatzmöglichkeiten für Mezzanine-Module
in der Telekommunikation beschreibt dieser Bericht.


Thomas Hannemann,
Karl Judex

ISDN (Integrated Services Digital Network) leistet vor allem in Europa einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum der Telekommunikationsbranche. Was sind nun die Vorteile, die ISDN so interessant machen?

ISDN bietet eine höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit als Modems über analoge Leitungen. Heute verfügbare Modems schaffen maximal 33,6 kbit/s, entsprechend der Qualität der Leitung sind es meist nur 28,8 kbit/s.

Bild 1. Ansicht des Racks

Beim ISDN Basisanschluß (S0) können mit der selben Leitung 2 B-Kanäle mit jeweils 64 kbit/s (in USA teilweise 56 kbit/s) betrieben werden, die zur Erhöhung der Übertragungsleistung auch gebündelt werden können. Der Primärmultiplexanschluß (S2M) bietet auf einer 4-Draht Leitung mit einer E1-Schnittstelle insgesamt 30 B-Kanäle à 64 kbit/s (in USA 23 B-Kanäle mit T1-Schnittstelle).

Durch die digitale Übertragungstechnik und den für die Signalisierung eingesetzten D-Kanal (Out-of-Band signalling) ist ein sehr schneller Verbindungsaufbau möglich (in Deutschland < 1,5 Sekunden), durch den es z.B. sinnvoll wird, Routerverbindungen unterlagert abzubauen und bei Bedarf wieder aufzubauen. Durch die Signalisierung im D-Kanal wird z.B. auch die Rufnummer des Anrufers übermittelt (wichtig für die Zugangskontrolle für Datenübertragung),wird die Durchwahlnummer übergeben, werden Gebühreninformationen ohne Störung der bestehenden Datenverbindung übertragen und kann die Auswahl der Verbindungsart zwischen Sprache, Telefax, Daten usw. getroffen werden.

Im Office Bereich wird der ISDN Basisanschluß neben der Telefonie längst für schnelle Datenübertragung z.B. für den Internetzugang verwendet. Die für den PC erhältlichen ISDN Lösungen liegen preislich bereits unter hochwertigen Modems.
Doch wie kann ISDN nun mit Mezzanine Modulen sinnvoll genutzt werden?

Bei Lösungen für den Basisanschluß sind sicher Applikationen wie Fernwartung für Maschinensteuerungen oder Remote Update von Software interessant. Auch für Sonderlösungen im Telekommunikationsbereich sind IP- oder PMC-Module wegen Ihrer Skalierbarkeit gut geeignet.

Besonders vorteilhaft erscheint der Einsatz von Modulen für Lösungen mit Primärmultiplexanschluß oder mehreren verschiedenartigen Anschlüssen. Zum Aufbau von professionellen Systemen bietet sich oft der Einsatz von IP- oder PMC-Modulen in Verbindung mit VMEbus-Trägerkarten an. Durch die Festlegung der Belegung von P2 für den SC-Bus können damit auch Sprachanwendungen (z.B. Aufbau von Nebenstellenanlagen) gut realisiert werden.

Die ikon hat sich auf die Realisierung von Telekommunikationslösungen für Eigenprodukte und Auftragsarbeiten spezialisiert und setzt dazu auch Mezzanine Module und Systeme von powerBridge ein. Dabei bestehen für die ikon ISDN Software und die verwendeten IP-Module Postzulassungen für Deutschland und Europa. Eingesetzte D-Kanal Protokolle sind DSS-1 (Euro-ISDN, 1TR6, QSIG und DPNSS-1).

Anwendungsbeispiele

Internet Access Server auf VMEbus Basis:
Der Internet Access Server ermöglicht die Einwahl von mehreren Benutzern über ISDN oder Modem in das Internet oder in das firmeneigene Netz. Der Internet Access Server ist ein Gemeinschaftsprodukt mit der Schweizer Telelink AG, von der die digitale Modemtechnik stammt.

Das Gerät besteht aus:

Durch den Einsatz von IP-Modulen kann die intelligente ISDN-Trägerkarte je nach Bedarf bestückt werden. Die digitalen Modemkarten werden direkt von dem ISDN-Board angesteuert.

Bild 2. Das S0-IP-Board

Bild 3. Das S2M-IP-Modul

Fax Server auf VMEbus Basis

Der Fax Server wurde speziell für den Einsatz bei Faxabrufanbietern konzipiert. Mit dem Gerät können über einen ISDN Primärmultiplexanschluß bis zu 30 Faxe gleichzeitig versandt werden.
Das Gerät besteht aus:

Interactive Voice Response

das IVR-System auf VMEbus-Basis wird von einem Kunden der ikon GmbH gebaut und vertrieben. Es ist für den Einsatz in Call Centern konzipiert und kann auch direkt TK-Anlagen angeschlossen werden.
Das Gerät besteht aus:

Im Standardausbau wird jedes ISDN-Board mit einem S2M-IP-Modul bestückt. Die Spracherkennerkarten werden von der ISDN-Karte direkt angesteuert. In Zukunft werden sich durch die Vielfalt der verfügbaren VME-Boards, IP- und PMC-Module und Betriebssysteme weitere interessante Lösungsmöglichkeiten ergeben. (cb)

Thomas Hannemann, Geschäftsführer powerBridge GmbH
Karl Judex, Geschäftsführer ikon GmbH


last update: 15.08.2008

ikon Homepage